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MTB Vinschgau 2010
02. Okt
Nachdem wir die erste Woche in Saalbach im Hotel verbracht hatten, fuhren wir weiter südlich in den Vinschgau. Ein großer Vorteil des Vinschgau ist die „Schönwettergarantie“. Südtirol hat ein mediterranes Klima und mehr als 300 Sonnentagen im Jahr. Die Temperaturen sind von Mai bis September im Schnitt über 22°. Aber wir trafen auch Tage jenseits der 300 Sonnentage, sprich auch hier hatten wir vereinzelt Regen.
In dem kleinen Örtchen Prad am Stilfserjoch (915m) sind wir in dem Loft der Residence St. Johann untergekommen. Dieses Residence ist ein Partnerbetrieb von vinschgauBIKE. Diese Partner müssen einen definierten Service für Biker anbieten. Alle Touren von vinschgauBIKE gibt es auch im Web unter mountainbiker.it, aber die GPS Daten sind nicht online erhältlich. Diese erhält man vom Partnerbetrieb, in unserem Fall also von Martin dem Chef der Residence.
Eine sehr gute GPS Topo Karte von Südtirol gibt es übrigens kostenlos beim naviboard.de (dort gibt es auch noch weitere TOPO Karten).
Da wir zum ersten Mal im Vinschgau waren, haben wir die Gegend auch per Auto erkundet. Wir haben uns alle Nebentäler angeschaut. Manche haben noch ihren unberührten Charakter von früher, andere sind voll ausgebaut mit Hotel Bunkern für Skifahrer. Besonders gefallen hat uns das Martelltal, daher sind wir dort auch wandern gewesen.
Daneben haben wir natürlich noch viel von der Gegend mit den Bikes erfahren. Ein Ausschnitt unserer gefahren Touren gibt es jetzt:
Tour: Reschner Alm > Plamort
Einer der Klassiker ist wohl die Tour über die Reschner Alm zur Bunkeranlage Plamort. Natürlich sind auch wir diese
Tour gefahren. Gestartet sind wir in Reschen, von dort auf die westliche Seeseite und ab da geht es bis zur Reschner Alm nur Bergauf. Bis zur Alm sind ca. 590hm zu bewältigen auf einer Steigung die sehr Angenehm zu fahren ist. Von der Alm aus hat man eine tolle Aussicht über den Reschensee. Nach einer kleinen Stärkung geht es abwärts, auf schönen Trails, zum Grünsee.
Von dort fährt man weiter auf Trails zur Reschner Bundesstrasse. Dort angekommen, ist auf der anderen Straßenseite auch schon die Talstation Kastelalpe.
Dort setzten wir uns, wie wir es aus Saalbach gewöhnt waren, in die Gondel und es ging aufwärts.
BTW: Im weiteren Verlauf unseres Urlaubs haben wir keine Gondeln mehr benutzt. Alle weiteren Höhenmeter kamen aus den Beinen. Und das obwohl ich mit den Trek Scratch unterwegs war. An manchen Stellen habe ich zwar etwas länger gebraucht aber ich bin überall hochgekommen.
Von der Bergstation geht es auf breiten Forstwegen abwärts Richtung Plamort. Auf der Hochebene geht der Weg in einen kurzen Singletrail über und schnell erreicht man die, schon von weiten sichtbaren, Panzersperren. Wir lassen die Panzersperren hinter uns und nach einen kurzen
Anstieg, eröffnet sich ein herrlicher Panoramablick auf den Rechensee mit dem Ortler Massiv im Hintergrund.
Nach der obligatorischen Fotopause, geht es nur noch talabwärts zurück zum Startpunkt.
Tour: Furkelhütte 2153m
An diesem
Tag war das erste Tagesziel die Furkelhütte 2153m, dann über den 4er und 11er Höhenweg rüber zu der Lichtenberger Alm. Das Wetter war Vinschgau untypisch, es war bewölkt und Nebel lag im Tal.
Der Aufstieg folgt zunächst der berühmten Panoramastraße Straße Stilfser Joch bis nach Gomagoi. Dort verlässt man die Panoramastraße Richtung Stilfs, nach einem Kilometer geht es links ab zum Sportplatz. Ab da wird die Straße einspurig und schraubt sich langsam den Berg hinauf. Auf 1677m schlug das Wetter um, aus einem Seitental zogen relativ schnell dunkle Wolken auf und ein Gewitter war im Anmarsch. Da zwischen mir und der Furkelhütte noch 450hm lagen, entschied ich mich für Tour Abbruch. Da ich bis dahin nur Anstieg hatte, musste ich nur Sattel runter machen und bis ins Tal nach Prad abfahren.
Tour: Furkelhütte 2153m
Da der erste Versuch gescheitert war, probierte ich es erneut aus. Gleiche Strecke, doch diesmal zog auf 1677m kein Gewitter auf, dafür nieselte es seit Gomagoi. Kurze Zeit später ist die letzte Alm passiert und die Straße geht in e
inen Forstweg über. Von nun an fährt man auf wechselndem Untergrund stetig weiter den Berg hinauf. Passiert einige Serpentinen und erreicht schließlich die Furkelhütte. Bis dahin ging es ohne Unterbrechung nur Bergauf. An der Furkelhütte eröffnet sich eine grandiose Aussicht auf das Ortler Massiv. Leider blieb mir die Aussicht verwehrt, da es sich während der Auffahrt eingeregnet hatte.
Ab der Furkelhütte ging es auf dem 4er Wanderweg weiter bergauf. Nach 100hm geht der Weg in einen Singetrail über. An dieser Stelle kann man den Trail weit mit den Augen den Berg entlang folgen. Dabei fiel mir eine besonders Stelle auf, der Trail ging durch einen Murgang. Und die Mure ging noch einige hundert Meter tief ins Tal herunter.
Ich beobachtete die Stelle einige Minuten und stellte fest das sich, bedingt durch den leichten Dauerregen, immer wieder Brocken von weiter oben lösten und die Mure abgingen.
Was nun? Also wieder fluchend den Sattel tiefer gelegt und den Downhill Modus aktiviert. Im oberen Teil, wo der Weg noch Forstweg war, konnte man zum runterfahren einen sehr verbockten Wanderweg runterfahren (wohl eher rutschen). Am Ende des Forstwegs war leider wieder Straße fahren angesagt.
Tour: Lichtenberger/Glurnser Alm > 4er Almemweg
Direkt von unserer Unterkunft ging es los nach Lichtenberg. Ab Lichtenberg geht es die nächsten 13km, auf breite
n Forstwegen, nur noch Aufwärts. Nach den 13km hat man 1200hm in den Beinen. Dann kommt aber erst der anstrengende Teil, die nächsten 4km müssen auf dem 4er Höhenweg bewältigt werden. Dieser ist aber fast nicht fahrbar, der Weg ist alle paar Meter mit dicken Steinen oder Wurzeln blockiert. Wo das Bike drüber geschoben oder sogar getragen werden muss.
Nach sehr langen 4km lassen wir den Höhenweg links liegen und finden uns auf feinsten Singetrails wieder. Auf diesen vernichten wir 1000hm bis der Trail uns wieder in Lichtenberg ausspuckt.
Tour: Sulden > Madritschjoch 3123m > Martelltal
Nachdem wir im Martelltal wandern waren, hatte ich die Idee von Sulden über das Madritschjoch in das Martelltal
zu fahren. Und von dort wieder zurück nach Prad.
Der Plan scheiterte leider am Wetter, da es in der zweiten Woche in den höheren Lagen geschneit hatte. Mehr zu der Tour: alpencross-info.de
Neben den vielen Fotos, gibt es auch noch ein Video von unseren Touren. Im Vinschgau hatte die Camsport Nano von frankentracks.de besser kooperiert als in Saalbach. Es gibt noch weiteres Videomaterial, mal schauen vielleicht werde ich noch ein zweites Video schneiden.
FAZIT:
- Die Residence St. Johann hat uns super gut gefallen, insbesondere war der Chef Martin immer sehr bemüht und hat uns bei der Touren Planung geholfen.
- Die „Schönwettergarantie“ ist natürlich super, auch wenn wir ab und zu Regen hatten.
- Das Wegenetz ist „gigantisch“ es gibt sehr viele Wege. Und unzählige Kombinationsmöglichkeiten.
- Bedingt durch die Menge an Wegen ist eine gute Wanderkarte unabdingbar.
- Zum Wandern eignet sich das wunderschöne Martelltal hervorragend.
- Die meisten Gondeln im Vinschgau nehmen keine Biker mit (Bsp. St. Martin) oder nur sehr wiederwillig.
Gardasee 2009
10. Sep
Dieses Jahr ging es zum ersten Mal mit den Bikes zum Gardasee. Wir hatten vom 08. August bis zum 22. August ein Apartment in der Anlage „Residence Verdeblu“ gemietet. Die Anlage besteht aus 10 Wohnungen und hat einen Pool sowie einen Video bewachten Parkplatz und Bike Abstellplatz. Die Anlage selbst liegt außerhalb von Torbole-Nago, direkt an der befahrenen „Via Linfano/SS249“. Torbole- ist ca. 1km entfernt, bis zu der Anlage führt ein Bürgersteig.
Die ganzen zwei Wochen hatten wir „tropische Temperaturen“ (O-Ton Vermieter). Tagsüber immer über 34° und auch nachts sank die Temperatur nicht unter 30°, daher lief der Deckenventilator im Dauerbetrieb.
Das heiße Wetter hat auch unsere Tourenplanung beeinflusst, wir haben uns Touren mit schattige Auffahrten ausgesucht. Wir hatten aber auch Touren mit einer sehr Sonnen ausgesetzter Auffahrt, daher sind wir bei solchen Touren früh am Morgen gestartet. Zur Mittagszeit waren wir dann in den Bergen, wo die Temperaturen ein bisschen erträglicher waren.
Gefahren sind wir die klassischen Gardasee Touren. Vor dem Urlaub hatte ich mir schon einige Touren von GPS-Tour.info heruntergeladen und auf meinem Notebook gespeichert.
- Torbole – Arco – St. Barbara – Nago – Torbole
- Ronda Valle di Bondo – Corna Vecchia
- Malga di Cap
- Riva – Passo Rocchetta – Passo Nota – Limone
- Über die Via Ponale zum Lago Ledro
- Dosso dei Roveri
- Laghel
- Altissimo klassisch mit Varianten
Um die GPS Tracks abzufahren verwendete ich meinen neuen Garmin Oregon. Das Display war entgegen meiner Befürchtungen gut ablesbar, sogar bei komplett abgeschalteter Hintergrundbeleuchtung. Dadurch brauchte ich pro Tag nur ein Akku Set.
Das Kartenmaterial zu der Gardasee Region kam von dem Openmtbmap.org Projekt. Die Kartendaten waren vollständig, so dass ich nie auf „Papierkarten“ zurückgreifen musste.
Fast alle Touren hatten den gleichen Charakter: Erst viel hm über Asphalt oder Forstwege bergauf, anschließend lange sehr schotterlastige Abfahrten bergab. Insgesamt sind wir „nur“ 231 km gefahren, haben dafür aber 7988 hm überwunden.
Durch den vielen Schotter hat auch mein Ransom gelitten. Bei der Abfahrt im „Valle di Bondo“ ist mir ein größerer Stein gegen den Rahmen geprallt, dieser hat die oberste Schicht des Rahmens beschädigt. Das ist mir aber erst später aufgefallen, während der Abfahrt habe ich nur dieses typische Schlaggeräusch wahrgenommen.
Dabei hatte ich weniger Probleme mit der Optik, meine größere Sorge war die Stabilität des Carbon Rahmens.
Ebenso sind die „Avid Juicy 7“ aber besonders die „Formula ORO“ Scheibenbremsen an ihre Grenzen gestoßen. Da werden wir wohl für den nächsten Aufenthalt in der Alpen Region aufrüsten müssen…
Als Fazit kann man festhalten das uns der nördliche Teil des Gardasees sehr gut gefallen hat, nur werden wir wohl in Zukunft den Monat August, wegen der Temperaturen, meiden.
Alle Bilder gibt es bei flickr…




